Erzgebirge — das Mittelgebirge an der Grenze zwischen Sachsen und Böhmen
„Grüß dich Gott mei Arzgeberch"№ 037
Erzgebirgische Mundartwörter aus den Liedern Anton Günthers — mit Lautschrift, Wortart, Erklärung und Belegzeile aus dem Werk. Suche nach Stichwort oder Bedeutung.
Baum (kleiner Baum, Bäumchen)
„do steht a Bamel, a Vugelbeerbamel su grien"№ 024
Bergmann — Arbeiter im Erzbergbau
„Glück auf, Glück auf, dr Steigr kimmt!"№ 058
Bettler — Wanderarbeiter oder Armer, der von Haus zu Haus zog
„D'r Battlmah"№ 045
Bleiben wir noch ein bisschen hier — Aufforderung, den Abend zu verlängern
„Bleib'n mr noch aweng do, bleib'n mr noch a Weil!"№ 026
Bursche, junger Mann; auch: Freund, Bub
„Dr verliebta Boß"№ 028
Gottesgabe — tschechischer Name für Günthers Geburtsort; älteste Bergstadt Böhmens auf 1020 m Höhe
„De Guttsgoh, mein Heimatort"№ 002
Büchlein — kleines Buch; auch im übertragenen Sinn: das Lebensbuch
„'s Lab'n is a Büchl"№ 036
Christbäumchen — kleiner, geschmückter Weihnachtsbaum; das Diminutiv-Suffix -el/-amel ist typisch erzgebirgisch (vgl. Vugelbeerbamel)
Deutsch und frei — Inoffizielle Losung des böhmisch-deutschen Erzgebirges
„Deitsch on frei, deitsch on frei, wer wullt's annerscht sei?"№ 012
draußen — im Freien, außerhalb des Hauses
„Drauß im Wald, do steht a Bamel"№ 024
daheim, zu Hause
„Drham is drham, koa's annerscht nett sei."№ 031
ehren — die Alten und Vorfahren in Würde halten; Günthers Mahnung Ehrt da altn Leit! zieht sich durch sein gesamtes Liedgut
„Ehrt da altn Leit!"№ 070
Feierabend — Ende des Arbeitstages, Zeit der Ruhe nach der Arbeit
„'s is Feieromd, 's Tagwerk is gemacht"№ 001
Fichtelberg — höchster Berg Sachsens (1215 m); Erkennungszeichen des Erzgebirges
„dr Fichtelberg entstrahlt"№ 093
Frühjahr — Frühling; die Jahreszeit nach dem langen Erzgebirger Winter
„En Frühgahr"№ 038
Glück auf — Bergmannsgruß; wörtlich ‚möge das Erzgestein aufgehen' (sich öffnen, Erz freigeben)
„Galück auf, Galück auf! Dr Steigr kimmt mit Licht."№ 088
Gebirge; im Kontext meist das Erzgebirge
„Grüß dich Gott mei Arzgeberch"№ 037
Junge, junger Mann
„Wie ich e klaaner Gong noch war"№ 041
Großmütterchen — Großmutter; das -la ist ein erzgebirgisches Diminutiv-Suffix
„Mei Grußmütterla"№ 051
Gottesgabe — Boží Dar, Geburtsort Anton Günthers; böhmische Bergstadt auf 1020 m Höhe
„De Guttsgoh, mein Heimatort"№ 002
heimlich, geheimnisvoll; leise, vertraut rauschend
„Wu da Walder hamlich rausch'n"№ 042
Heimweh — Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Erzgebirge
„Hamweh — a Wort nu a kloas, un doch so schwer as a Stein."№ 018
Händler, Hausierer — reisender Kleinhändler, der von Haus zu Haus zog
„Dr alta Hannlsmah geht durch das Dorf"№ 035
Herz — das Herz; phonetisch typisch für das Erzgebirgische
„'s Harz muß verschtandn warn"№ 064
Heidefrau — Frau, die auf der Heide lebt oder arbeitet; poetisches Bild der Naturverbundenheit
„S'Heederfraal geht übers Feld"№ 082
Heidefrau — Frau aus der Heide, poetische Bezeichnung für eine einfache, naturverbundene Frau
„S'Heederfraal geht übers Feld, singt a Liedla durch die Welt."№ 082
Herbst — die Jahreszeit, besonders das Ende des Sommers im Gebirge
„Herwistlied — Wenn die Blätter fallen"№ 067
Hutzenabend — geselliger Winterabend, an dem man zusammen sitzt, klöppelt, schnitzt oder Geschichten erzählt
„Kummt, mr wöll'n Hutzn gehn!"№ 029
jetzt — typische erzgebirgische Form von jetzt; kurz, knapp, unmittelbar
Jahr — erzgebirgische Aussprache mit gedehntem Diphthong; der lange Winter macht die Joahre im Gebirge besonders spürbar
kommt — 3. Person Singular Präsens von 'kommen'
„dr Steigr kimmt!"№ 058
Kindlein — kleines Kind (Diminutiv von Kind)
„Schlaf, mei Kinnla, schlaf"№ 069
Klöppel — Werkzeug zum Klöppeln von Spitzen; auch die Klöppelei selbst
„Klippl-Lied — auf den Winter an der Klöppelarbeit"№ 006
Knappschaft — Bergmannsbruderschaft und Unterstützungskasse; wichtige soziale Institution im Bergbau
Körbchen — kleiner Korb; zum Pilzesammeln oder Beerensammeln
„sei Körbl is noch leer"№ 134
kommt — Imperativ Plural: kommt! (Aufforderung)
„Kummt, mr wöll'n Hutzn gehn!"№ 029
Leben — das Leben
„'s Lab'n is a Büchl"№ 036
Lerche — der Singvogel (Alauda arvensis), Symbol des Frühlings im Gebirge
„Wenn da Lärich sengt"№ 073
Leute — Menschen, die Dorfbewohner, die Gemeinschaft
„Ehrt da altn Leit!"№ 070
Liedpostkarte — von Anton Günther erfundene Publikationsform: handgedruckte Postkarte mit Liedtext, Noten und Originalzeichnung
Lithografie — Druckverfahren, das Anton Günther für seine Liedpostkarten verwendete; er war gelernter Lithograf
Mädchen, junge Frau
„Maadel, dich Gott behüt!"№ 131
Morgenlied — Lied, das den beginnenden Tag besingt
„Morgnlied — Die Sonn' geht auf im Arzgebirch"№ 052
Mutter — die Mutter, oft als Symbol der Heimat und Geborgenheit
„D'r Muater steht ihr Spinnrad still"№ 069
Dialekt — hier: das Erzgebirgische, die Mundart der Erzgebirger
hinein — Richtung nach innen; 'nach'm Erzgebirg rei' = in Richtung Erzgebirge hinein
„'s Herz zieht dich immer nach'm Erzgebirg rei"№ 031
nicht — Verneinungspartikel; 'koa's annerscht nett sei' = es kann nicht anders sein
„koa's annerscht nett sei"№ 031
nur — einschränkende Partikel; 'bloß', 'lediglich'
„Hamweh — a Wort nu a kloas"№ 018
auch — erzgebirgische Form von auch; allgegenwärtig in Sprache und Lied
„Die Sunn sagt ooch gute Nacht"№ 001
Pfeife — Raucherpfeife; Symbol des gemütlichen Abends beim Hutzenabend
„Da Pfeif"№ 011
qualmen — Rauch in kleinen Wölkchen abgeben; wenn die Räucherkerze im Räuchermännchen glimmt, qualmnt es behaglich in die Stube
Räuchermännchen — Holzfigur aus dem Erzgebirge, die beim Verbrennen von Räucherkerzen Rauch durch den geöffneten Mund abgibt
Schafe — die Schafe; Herdentier der erzgebirgischen Berglandwirtschaft
„da Vata hit die Schaf"№ 069
Schnee — im Erzgebirge bis zu 5 Monate Schnee pro Jahr; prägend für das Lebensgefühl
„Wenn dr Schnee wag gieht"№ 055
Pilzesucher — Person, die in den Wäldern Pilze sammelt
„Dr Schwammeklaaber geht durch'n Wald, sei Körbl is noch leer."№ 134
Schwarzbeere — Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), charakteristische Frucht des Erzgebirges
„Schwarzbeern, Schwarzbeern, su gut!"№ 108
Sonne — die Sonne; im Dialekt oft ohne Schluss-e
„Die Sunn' sagt ooch gute Nacht"№ 001
spät — am späten Abend, bis in die Nacht hinein
„Er suckt und suckt von früh bis spat"№ 134
Spinnrad — Gerät zum Spinnen von Wolle und Flachs; Symbol häuslicher Arbeit im Winter
„D'r Muater steht ihr Spinnrad still"№ 069
Steiger — Grubenaufseher im Bergbau; Vorarbeiter in der Erzgrube
„dr Steigr kimmt!"№ 058
Sternlein — die Sterne (Diminutiv); typisches Erzgebirger Motiv besonders zu Weihnachten
„Guck nauf ze da Sterla!"№ 111
Stübchen — kleine Stube, gemütliches Wohnzimmer; Zentrum des häuslichen Lebens im Winter
„Drham in Stübl"№ 119
so — Adverb der Art und Weise; auch verstärkend: 'so schön', 'so grün'
„a Vugelbeerbamel su grien"№ 024
sucht — 3. Person Singular, von 'suchen'; z.B. Pilze suchen
„Er suckt und suckt von früh bis spat"№ 134
Ofenbank — Bank neben dem Ofen; Sitzplatz der Alten und Kinder in der warmen Stube
„Da Uf'nbank"№ 016
Vater — der Vater; im Dialekt mit offenem 'a' am Anfang
„da Vata hit die Schaf"№ 069
Vogelbeerbaum — Eberesche (Sorbus aucuparia); Symbol des Erzgebirges, mit leuchtend roten Beeren im Herbst
„a Vugelbeerbamel su grien"№ 024
weg — fort, verschwunden
„Wenn dr Schnee wag gieht"№ 055
Wald — der dichte Nadelwald des Erzgebirges, der das Landschaftsbild prägt
„Wu da Walder hamlich rausch'n"№ 042
Wanderlied — Lied vom Wandern, Reisen und der Sehnsucht nach der Natur
„Wannerlied"№ 125
Wetter — das Wetter; im Erzgebirgischen oft Mehrzahl oder kollektiv
„Allerhand Watter"№ 127
Weihnachten — das Weihnachtsfest; im Erzgebirge besonders reich an Traditionen (Räuchern, Schnitzen, Bergparade)
„Weihnachtsfried'n"№ 034
Wiegenlied — Schlaflied für Kinder; im Erzgebirge oft mit Mundart-Text
„Schlaf, mei Kinnla, schlaf"№ 069
Wiesental — Tal mit Wiesen; Oberwiesenthal, der bekannte Wintersportort am Fichtelberg
„Willkomma in Wiesntol"№ 117
Wipfel — Baumwipfel, die Spitze eines Baumes; Diminutiv 'Wipfele'
„wu 's Wipfele treibt im Wind"№ 047
wo — lokales Adverb: 'wo', 'da wo'; auch Relativpronomen: 'der/die/das, wo ...'
„Wu da Walder hamlich rausch'n"№ 042
Ziesel (Spermophilus citellus) oder Zeisig (Spinus spinus) — kleines Tier; im Dialekt liebevoll als Schimpfname oder Kosename
„Mei' Zässichla"№ 014
Zither — Saiteninstrument; Anton Günther spielte zur Zither, wenn er seine Lieder vortrug
Zither — Saiteninstrument, das im Erzgebirge zur Volksmusik gespielt wird; typisches Begleitinstrument von Anton Günther